Großer Protest in Bad Belzig

NiemegkReporter

Mehrere hundert Mütter, Väter, Großeltern und Kinder sowie Sympathisanten protestierten gegen die Schließung der Geburtenstation im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Bad Belzig. Zu der Kundgebung hatten die Evangelische Kirchengemeinde, Pro Familia, die Kinderarztpraxis Dr. Burkhard Kroll, Bürgermeisterin Hannelore Klabunde und der Kinderförderverein Wir e.V.  gleichermaßen auf den Markplatz eingeladen.

Dr. Kroll hatte an die vergangenen Entscheidungen der Klinikleitung erinnert. Vor allem seien die Mütter verunsichert gewesen, als vor zwei Jahren die Kinderstation in Bad Belzig geschlossen und  am Krankenhaus nicht ausreichend Kinderärzte vorgehalten wurde. Mit der neuen Entscheidung, die Geburtenstation zum 1. April 2015 zu schließen, werde eine neue Versorgungslücke auf dem Lande geschaffen. Insbesondere bei schnellen Geburten könne der Weg nach Brandenburg an der Havel oder Potsdam zu weit sein. „Wir wollen nicht, dass Rettungssanitäter auf der Straße die Schwangeren entbinden“, sagte der Doktor. Er wandte sich gegen die Behauptung, dass die gesunkene Zahl von 250 auf 185 Geburten nichts mit dem demografischen Wandel zu tun habe. „Es fehlt an Kinderärzten und Hebammen“, sagte Burkhard Kroll. Seiner Meinung nach hätten Agenturen lustlos bei der Suche nach Kinderärzten für den Standort „lustlos agiert“, weil die Fachkräfte in Bad Belzig nicht gefragt wurden. Nach Aussagen von Burkhard Kroll würden 90 Prozent der Geburten problemlos verlaufen. Es gehe um die Problemfälle, die „auf der Straße sitzengelassen werden“. Bürgermeisterin Hannelore Quast verwies nicht nur auf die Online-Petition mit über 1200 Unterschriften, sondern klagte an, dass die künftige Versorgung der Schwangeren und Neugeborenen keine des 21. Jahrhundert sei. Die Bürgermeisterin kündigte einen Runden Tisch zum Problem an, an dem das Gesundheitsministerium die Moderation übernehme. Felix Feil war aus Oldenburg/Holstein nach Bad Belzig gekommen und berichtete von der Schließung der Geburtenstation in seiner Heimat. „Kämpfen Sie, ziehen Sie an einem Strang“, sprach er den Bad Belzigern Mut zu. Dann zog die Menschenmasse durch die Kur- und Kreisstadt zum Klinikum.

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