Moheit-Ausstellung in der Kirche Niemegk

Herbert Moritz

Zu 48-Stunden-Fläming: Bilder, die der Berliner Architekt Hugo Moheit zwischen 1942-1945 in Niemegk schuf

„Plünderer und Diebe werden erschossen“, so steht es an der Hauswand der Niemegker Großstraße. Die Häuser sind Ruinen mit klaffenden Löchern in Dächern und Wänden. Die Straße zeigt eine gespenstische Leere. Es ist der 8. Mai 1945. Der Angriff der Roten Armee auf die Stadt ist gerade vorüber. Hugo Moheit, ein Architekt aus Berlin, hat diesen Tag miterlebt und das erlebte in Bildern festgehalten.

Der pensionierte Berliner Stadtbaurat, Hugo Moheit, war 1942 wegen der Bombenangriffe auf die deutsche Hauptstadt nach Niemegk evakuiert worden. Hier wohnte der damals 71-Jährige bis zum Ende des Krieges im Mai 1945. In dieser Zeit malte er begeistert alles, was ihn an dieser Kleinstadt und dem Fläming begeisterte. Dinge, die er aus der Großstadt nicht kannte. Es entstanden Landschaftgemälde, Studien von Blumen und Pflanzen, ebenso wie Bilder über das Leben der Menschen in der Kleinstadt. Bilder von spielenden Kindern und vom Niemegker Erntefest, aber auch Bilder vom nächtlichen Fliegeralarm, dem zerstörten Niemegk und den Flüchtlingstrecks geben Zeugnis vom Leben und Erleben der Kriegszeit. Unzählige Bilder malte er und tauschte sie gegen Lebensmittel.

Im Mai 1945 zog Moheit wieder nach Berlin zurück. Dem damaligen Pfarrer Krolzig schenkte er vor seiner Abreise eine dicke Mappe mit zahlreichen seiner Werke.

Während der Aktion 48-Stunden-Fläming am zweiten Septemberwochenende eröffnet in der Niemegker St-Johannis-Kirche eine Ausstellung mit über 40 Bildern von Hugo Moheit und dem Titel „Niemegk 1942-45, Naturstudien und Zeitzeugnisse“.

Moheit-1943

Bis zum 18.09. ist die Ausstellung ist in der St-Johannis-Kirche täglich von 10.00 Uhr bis 18:00 Uhr zu besichtigen.

Es wäre schön, wenn sich Niemegker, die im Besitz weiterer Bilder von Hogo Moheit sind und bereit wären die Ausstellung zu ergänzen, sich in der ersten Septemberwoche im Pfarramt melden. Es ist im Pfarramt auch möglich Farbkopien der Bilder für die Ausstellung anzufertigen, so dass niemand Sorgen um seine Bilder haben muss.

Pfarrer Daniel Geißler

Gaertnerei Loburg

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