Rettungsgasse hilft Leben retten

Redakteur

Hinweisbanner hängt jetzt an der Autobahnbrücke Niemegk

Rettungsdienste und Polizei werden auf der Fahrt zu einem Unfall auf der Autobahn immer wieder durch Autofahrerinnen und Autofahrer blockiert, die keine Rettungsgasse gebildet haben. Verkehrsministerin Kathrin Schneider und Innenminister Karl-Heinz Schröter  haben diese Woche darauf verwiesen, dass eine Rettungsgasse Leben rettet. Auf dem Gelände der
Autobahnmeisterei Niemegk nahe der A 9, haben beide eins von sechs Hinweisbannern vorgestellt, die an Autobahnbrücken im Land angebracht werden sollen.Darauf verweist das Innenministerium des Landes Brandenburg in einer Pressemitteilung (Foto: Pressestelle Landkreis Potsdam-Mittelmark).

Darauf ist zu sehen, wie eine Rettungsgasse bei einem Stau zu bilden ist. Die Polizeidirektion West thematisiert im Rahmen einer Aktionswoche zum Ferienbeginn die  Rettungsgasse, um mehr Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zu gewinnen. „In der letzten Zeit gab es wieder mehr Fälle, in denen die Verkehrsteilnehmenden bei Unfällen keine Rettungsgasse gebildet haben. Offenbar ist vielen Menschen nicht klar, wie zu reagieren ist, wenn ein Stau entsteht. Dies ist aber wichtig, denn die Rettungskräfte müssen die Unfallorte schnell und unkompliziert erreichen. Da zählt jede Minute, denn Zeitverlust kann über Leben und Tod entscheiden“, sagte Ministerin Schneider.

Innenminister Schröter: „Alle sollten eigentlich wissen, wie eine Rettungsgasse gebildet wird. Leider werden Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen aber immer wieder im Einsatz durch Träumer und Gaffer behindert. Das war leider auch bei dem schrecklichen Busunglück in Bayern so, wo 18 Menschen starben. Wir setzen auf Aufklärung und wollen mit dem Termin das Thema etwas mehr in den Fokus rücken. Wir greifen aber auch durch, denn die Landesregierung macht sich im Bundesrat für höhere Strafen stark.

„Es ist gut, dass die Landesregierung unsere Hinweise zum Thema Rettungsgasse aufgenommen hat. Wir als Feuerwehren begrüßen jede Maßnahme, die uns hilft, Unfallstellen schneller zu erreichen, um den Opfern zu helfen. Es ist für die Kameradinnen und Kameraden immer wieder bedrückend, wenn durch Unkenntnis, Egoismus oder Sensationslust ihr ehrenamtliches  Engagement nicht rechtzeitig erfolgen kann“, so der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg e.V., Werner-Siegwart Schippel.

Die Banner wurden dem Land vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat zur Verfügung gestellt, der im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Runter vom Gas“ für die Bildung von Rettungsgassen wirbt.

Intergrundinformationen:

  • Die Bildung einer Rettungsgasse bei stockendem Verkehr auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen wurde in Deutschland bereits im Jahr 1971 als erstem Land in Europa  eingeführt und ist in der bundesdeutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) seit dem Jahr 1982 verpflichtend geregelt.
  • Zum 14.12.2016 trat eine Novellierung des § 11 (2) StVO in Kraft, mit der die Reglung verständlicher gemacht werden sollte.

Für die Rettungsgasse gilt:

  • Rettungsgassen sind auf Bundesautobahnen und Außerortsstraßen bei mindestens zwei Fahrstreifen Pflicht.
  • Eine Rettungsgasse muss bereits bei Fahren in Schrittgeschwindigkeit oder bei Stillstand gebildet werden.
  • Die Rettungsgasse ist zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen zu bilden.
  • Ahndung:
    Nr. 50 Bußgeldkatalog-
    Verordnung: 20 Euro (bei fahrlässigem Nichtbilden einer Rettungsgasse)
  • § 323 c (2) StGB: Geld- oder Freiheitsstrafe (bei vorsätzlichem Erschweren von Hilfsmaßnahmen durch Hilfeleistende)

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 07.07.17 einen Entschließungsantrag der Länder einstimmig beschlossen. Danach soll das Bußgeld auf mindestens 200 Euro angehoben werden. Außerdem sollen auch Fahrverbote ausgesprochen werden können. Quelle: Pressestelle Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg

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