„Garrey wird in Württemberg immer berühmter“

NiemegkReporter

Mit dem württembergischen Landesbischof, Dr. h.c. Frank Otfried July ist derzeit der höchste kirchliche Würdenträger in Garrey zu Besuch, nach dem Martin Luthers wohl 1532 eine Stippvisite im Dorf  einlegte. Zur Feier des Tages enthüllte der Bischof am Mittwochabend eine Gedenktafel am Eingang der Pension „Zum weißen Raben“.  Eigentümerin Gabriele Eissenberger konnte in aufwändigen Recherchen nachweisen,  dass der Reformator Luther tatsächlich in dem Gasthaus gewesen war, das bis zum 30jährigen Krieg an derselben Stelle gestanden hat.

„Garrey wird in Württemberg immer berühmter“, meinte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Denn es spreche sich herum, dass sich die Württemberger in Garrey ausgesprochen wohlfühlen seit dem sie ihr Quartier in Garrey haben, um zur Weltausstellung Reformation – Tore der Freiheit – in Wittenberg und zum 500-jährigen Reformation-Jubiläum präsent zu sein. Der Geistliche bedankte sich bei den Garreyern für die Gastfreundschaft ausdrücklich, als er am Mittwoch zu einer Gesprächsrunde in die Pension „Zum weißen Raben“ einlud unter dem Motto „Was sie schon immer einen Bischof fragen wollten“. Ungefähr dreißig Menschen folgten den Ausführungen des Bischofs. Ungefähr die Hälfte der Zuhörer war aus dessen Heimat, darunter die Württembergische Synodalpräsidentin Inge Schneider und der sprecher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oliver Hoesch. Die weiteste Anreise von Ulm bzw. Neu-Ulm nach Garrey hatten die beiden Töchter – mit Kindern – von Dr. Wolfgang Lubitzsch.

In der Gesprächsrunde und beim anschließenden Grillabend „auf Kosten des Bischofs“, wie die Schwaben mehrfach betonten, gab es viel Interessantes über die württembergische Landeskirche zu erfahren. Sie gehört zu den mitgliederstarken und finanzkräftigen Landeskirchen. Trotzdem kennt sie auch einige der Probleme, mit denen die hiesige Kirche zu kämpfen hat, wenn auch in geringerem Maße: Kirchenaustritte, demografischer Faktor, Umwidmung von Kirchen zu profanen Zwecken. „Auch wir müssen uns bemühen, auf veränderte Lebensformen und Lebensthemen einzugehen“, so July. So kümmern sich erste Kirchen um eine Kinderbetreuung während des Gottesdienstes.

In den Gespräche am Abend wurde immer wieder deutlich, wie gut sich die Garreyer und die Schwaben verstehen. Deshalb wurde überlegt, ob man irgendwie dauerhaft in Kontakt bleiben könne. Bischof July schlug scherzhaft ein Pflichtprogramm für die Mitglieder seiner Kirche vor: „Jeder, der nach Wittenberg fährt, der muss auch nach Garrey fahren.“ Oder man mache Garrey zur Württembergischen Enklave. Auf jeden Fall will man die Freundschaft pflegen.

Veranstaltungshinweis: Gottesdienst am 6. August, 10 Uhr, bei dem ihr Landesbischof predigen und der hiesige Pfarrer Daniel Geissler die Lithurgie übernehmen wird.

Eindrücke von der Veranstaltung am Mittwoch (Text: Dr. Andreas Trunschke/Gunnar Neubert):

 

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