Treckerfee in der Männerdynastie und Frauen-Power in Marzehns

NiemegkReporter

Beim Dorffest in Groß Marzehns gab es am Sonnabend ein wahres Gewimmel. Rund um den Dorfteich hatten sich diesmal 92 Trecker zum 6. Treff versammelt. Im Festzelt vor dem Dorfgemeinschaftshaus drängten sich die Menschen, um die Flämingmusikanten aus Marzahna mit ihrer Blasmusik und das Kulturprogramm zu erleben. „Es ist ja Wahnsinn, was die Groß Mahrzehnser immer wieder auf die Beine stellen“, hörte man von den Besuchern.

Der Ruf zum nächsten Treckertreffens ging schon vor Monaten in die Welt und fand auch gute Resonanz. Die Groß-Marzehnser Treckerfee Marion Wassermann war zwar zufrieden. Jedoch musste sie ein paar bange Stunden durchleben. Kommen die Schlepperfreunde oder kommen sie nicht? „Ich musste einige Male anrufen und erinnern, damit ja keiner den Termin vergisst. Einige Treckerfreunde haben wir leider auch aus Altersgründen verloren“, konstatierte die Frau mit den oftmals Öl verschmierten Händen. Eine große Anzahl von Schraubern hielt Wort und traf pünktlich in Groß Marzehns ein. Freunde aus Braunsdorf, dem Bauernmuseum Zahna, aus Buchholz bei Beelitz, Senst, Klein Marzehns, Nudersdorf, Köselitz und Straach kamen angetuckert. Freilich waren auch die Gastgeber, die Groß Marzehnser Treckerfreunde, mit ihren Gefährten vertreten.

Walter Lühnsdorf  hatte den Anspruch, beim Treckertreffen den Schwerpunkt auf den RS 03 „Aktivist“ zu setzen. „Zehn sollten es werden, acht sind es nur geworden“, bilanzierte Walter Lühnsdorf am Teichufer. Siegfried Heinrich aus Dahnsdorf  zählt zu den wenigen, stolzen Besitzern eines solchen Traktors (Baujahr 1950 / 30 PS). „Aktivist der ersten Stunde“ wurde die Gefährte einst genannt, erzählte der Senior. Der Schlepper wurde nach dem 2. Weltkrieg (1949 bis 1952)  im Brandenburger Traktorenwerk insgesamt 3761-mal gebaut. Kennzeichen ist, dass der Motor mittels Andrehkurbel und Dekompressionseinrichtung angelassen wird.

Im Festzelt führte Heike Gassner Schäl durch das hübsche Unterhaltungsprogramm. Die flotte Moderatorin hatte Frauen-Power im Dorf ausgemacht.  Zunächst präsentierte sie eine „gemischte Truppe“, für die jüngst Viktoria aus Rheinsdorf  und einige Männer aus dem Nachbardorf Senst „geordert“ wurden. Die Line-Dancer legten eine flotte Sohle auf die Bohlen, wobei man Bürgermeister Ralf Rafelt mit seiner Frau Margitta tanzen sehen konnte.

Auch beim Seniorenchor ist der Boss weiblich. Frau Wotschke präsentierte mit ihren Sängerinnen zwei Lieder. Stolz präsentierte Heike Gassner Schäl die Marzehner Mädchen-Power. Nach acht Jahren Pause knüpft eine neue Mädchen-Feuerwehrmannschaft an alte Brandschutztraditionen im Dorf an. Beim Amtsasusscheid der Jugendfeuerwehren in Niemegk wurden der 1. Platz in der Gruppenstafette belegt. Emmelie, Stacy, Lilliy, Stella, Leonie, Lisa-Marie und Paula waren auch bei den Einzelwettkämpfen erfolgreich und tanzten sich beim Dorffest in die Herzen der Zuschauer. „Wir haben mehr Frauen-Power als Männer-Power“, meinte die Moderatorin. Im Festzelt hat es allen viel Spaß gemacht. Es wurde jeweils kräftig applaudiert.

Rund um das Festzelt gab es ein buntes Volksfest. Die Jüngsten tobten auf der Hüpfburg oder ließen sich hübsch schminken. Beim Kegeln wurde die eine oder andere ruhige Kugel geschoben. Siegfried Mahlow lud meist die älteren Herrschaften zu Kutschfahrten ein. Und Manfred Berlin aus Brück lud eine oder andere junge Frau zu Treckerfahrt ein. Mit Bärbel Kraemer aus Schwanebeck auf dem Sozius ließ er seinen Schlepper auf der Dorfstraße ganz schön „dampfen“. Für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt. Es gab Kartoffeln aus dem Dämpfer, dazu wurde Quark gereicht. Unweit schmeckten Würstchen und Steaks vom Grill. Und Kaffe und Kuchen gab es reichlich…

 

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