Klärchen war beim Locktower Drachenfest ein Sonntagskind

NiemegkReporter

Dahnsdorfs Feuerwehr-Kamerad Ralf Kühne half als „Bonbonschleuder“ aus

Die Organisatoren des 18. Drachenfestes in Locktow sind heute für die Mühen und das Durchhalten am gestrigen Regentag belohnt worden. Hunderte Besucher strömten auf den Flugplatz des kleinen Flämingdorfes und ließen ihre kleinen und großen Drachen fliegen. Die bunten Windspiele schmückten den hellblauen Himmel mit den auftürmenden Cumuluswolken – ein wunderschönes Schauspiel bot sich den Zuschauern auf dem heimischen Flugfeld. Der Sonntagsausflug für die Familien hat sich in jedem Fall gelohnt, ob Kinder, Mütter, Väter, Großeltern – allen hatten ihren Spaß.

Im Mittelpunkt standen unter anderem die Vorführungen, moderiert von Rainer Timm vom Rixdorfer Drachen Team Berlin und Ralf Kühne von der Freiwilligen Feuerwehr Dahnsdorf. Flugplatzchef und Drachenfestinitiator Frank Miklis vom BRS-Team stellte Gesamtrettungssysteme für Sport-, Experimental- und zertifizierte Flugzeuge vor und ließ mit einigen Kappen das Kräftemessen beim Fallschirmziehen zu. Angesichts des kräftigen Windes war das eine Herausforderung, Dank den durchtrainerten und muskulösen Kameradinnen/Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dahnsdorf und Kranepuhl blieb alles unter Kontrolle, aber der Spaß kam nicht zu kurz.

„Für das Drachensteigen lassen war das Wetter am Sonnabend gar nicht so schlecht. Aber die Leute ließen sich abschrecken und wussten wohl, dass Sonntag schönestes Herbstwetter wird“, sagte Frank Miklis. Seit dem Jahr 2000 steht er dem bunten Volksfest vor, dass er  mit Drachenbau-Enthusiasten Jens Joachimi – damals noch im Fremdenverkehrsverein Brück –  aus der Taufe hob. „Jens ist nun schon zwei Jahre tot, als ein Erbe von ihm tanzt der Bär noch im Wind“, zeigt Miklis auf den bunten Drachen am Himmel. Längst ist Familie Jahnke in die Bresche gesprungen, Kinder und Enkel helfen fleißig bei der Versorgung mit. Bei der Organisation hilft auch der Fremdenverkehrsverein Niemegker Land und zahlreiche Sponsoren.

Das schöne Sonntagswetter hatten die Freiwilligen Feuwehren Dahnsdorf und Kranepuhl „gesponsert“ (mitgebracht). Sie kamen heute Morgen mit einem Anhänger und sagten beim Öffnen der Türen: „Hier ist das schöne Wetter!“ Frank Miklis wollte es wohl gar nicht glauben, denn bei ihm steckt der Schreck von „Xavier“ noch in „den Knochen“. Mitten in den Vorbereitungen zum Drachenfest ist das Sturmtief auch über Locktow gefegt und hat im Dorf und auf Miklis` Gehöft deutliche Spuren hinterlassen. Das Wohnhaus hat einen Dachschaden, 70 Ziegel gingen zu Bruch. Im Hof  knickte die Weide um. „Ich habe nur nur Fotos an Versicherungsmaklerin Ina Wachsmuth geschickt und neue Ziegel bestellt“, erzählte Miklis. Die Vorbereitungen für das Drachenfest hatten Vorrang, zu Hause ist alles stehen- und liegengeblieben. Zwischendurch ging auch noch der Rasentraktor entzwei, die Firma Büricke in Lütte half schnell.

Die Mühen haben sich gelohnt. Die Leute erfreuten sich am Drachensteigen und ließen ihre Kreativität beim Basteln und Malen freien Lauf. Deutschlands bekanntester Papierflieger, Michael Krone, fand wieder den Weg nach Locktow, um Klein und Groß beim Basteln von Papierfliegern zu unterstützt. Er stellte auch seine Papierfliegerfaltmaschine vor. Nur die Bonbonfähre vom Rixdorfer Drachen Team Berlin war leider nicht einsatzbereit. Deshalb war Kamerad Ralf Kühne bereit, quasi als „Ersatzfähre“ Bonbons in die Luft zu werfen. Dazu kletterte Kühne auf Feuerwehrauto und spielte die „Bonbonschleuder“. Ganz zur Freude der zahlreichen Kinder.

Die Niemegker Drachenfreunde mischten sich unter die 25 Enthusiasten, die mit Wohnwagen auf dem Flugplatz Locktow angereist sind und ein ganzes Wochenende dort campiert. „Diese Veranstaltung ist schon unser 16. Drachenfest in diesem Jahr“, berichteten Eva und Willi Aulich. Die beiden Senioren bereisen ganz Deutschland. Wenn es sich einrichten lässt, sind Michaela und Michael Aulich mit Sohn Florian mit von der Partie, um ihrem Hobby zu fröhnen und für ihre Heimatadt zu werben. Sie hissen vor dem Wohnwagen die Niemegker Stadtfahne und lassen den großen Vier-Leiner-Drachen mit dem Stadtwappen aufsteigen. Das Ritual findet je nach Windstärke überall statt – in Bloghus (Dännemark), am Kamenzer Kreuz oder in Norddeich. Insgesamt 30.000 Kilometer sind Aulichs dieses Jahr schon gefahren, um ihre Drachen in den Wind zu stellen. Nur selten erleben sie Flaute, wie eben am jüngsten NCC-Drachenfest. Nach Locktow kommen Aulichs besonders gern, weil der Anfahrtsweg kurz und das Frühstück der Locktower besonders gut ist. „Dafür wollen wir uns mal bedanken“, sagte Eva Aulich.

Hier Eindrücke vom 18. Drachenfest:

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