Naturschutz: Betonsteine als Krötentunnel für Niemegk

NiemegkReporter

Sei kein Frosch! Besuche die große Baustelle in Niemegk. Sie ist derzeit in aller Munde! Die Rede ist von der Baustelle in Nickels Kurve in der Bahnhofstraße. Dort setzt die G + G Bau GmbH Ziesar im Auftrag des Landesbetriebes Straßenwesen Potsdam ein besonders anspruchsvolles Naturschutzprojekt um. Zum (angeblichen) Schutz von Fröschen, Kröten und anderen Kriechgetier wird eine neue Amphibienschutzeinrichtung aus Beton errichtet – im Volksmund besser bekannt als Krötentunnel. Das jetzige Bauvorhaben wurde notwendig, weil der bisherige Krötentunnel durch Vandalismus und aufgrund der Verkehrsbelastung auf der Straße stark zerstört worden war. Wie es hieß, war das Projekt innerhalb von fünf Jahren immer wieder einmal vorgesehen, fiel aber mehrfach den Sparmaßnahmen zum Opfer.In Fachkreisen gelten die neuen Amphibienleitwände aus Betonfertigteilen als „formstabil, standsicher sowie frost- und tausalzbeständig“. Das verwendete L-System bei den Betonteilen soll nach „statistischen Berechnungen Kipp-und Standsicherheit“ bieten, damit kein Frosch und keine Kröte auf ihrem Weg in die Leichgebiete zu Schaden kommen kann. Allerdings wird in den einschlägigen bautechnischen Beschreibungen nicht erwähnt, ob der Tierschutz ausreichend gewährleistet ist (Denn Beton kann vom gefürchteten Betonkrebs befallen werden. Ob das den Tieren gut tut? Keiner weiß es.).

In Nickels Kurve wird jedenfalls kräftig gebaggert und mit schwerer Technik die dicken Betonteile in die märkische Erde gesetzt. Indes wissen die Niemegker, dass an der Stelle nicht mehr so viele Frösche und Kröten die Straße queren. Die Lurche haben – wohl weil der Krötentunnel über Jahre baulich so schlecht war – sich längst andere „Wanderwege“ gesucht, die über die Parkplätze der örtlichen Supermärkte verlaufen, also da, wo es keinen Krötentunnel gibt. Macht nichts, das Amphibienleitsystem ist in Nickels Kurve als Naturschutzprojekt geplant, demnach wird es umgesetzt.

Frank Großkopf als Bauüberwacher des Landesbetriebes Straßenwesen verwies für nähere Auskünfte an die Behörde in Potsdam. Dort war Herr Heck leider nicht erreichbar.

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