Der Ärger um die Poststraße hält an

NiemegkReporter

Die Bauverwaltung im Rathaus Niemegk ist, wie es heißt, um Schadensbegrenzung bemüht. Doch der Schönheitsfehler, der bei der Sanierung der Poststraße in Niemegk aufgetreten ist, wird zum Streitobjekt. „Es rumort bei den Anwohnern. Als zahlende Kunden wollen wir die Mängel nicht hinnehmen. Wir wollen für gutes Geld auch eine gute Leistung haben“, sagt Wolfgang Ewerth. Die Anwohner wollen die Spurrinnen im Asphalt nicht akzeptieren, die ein Baufahrzeug der Zerbe Tiefbau GmbH Brück in die erneuerte Poststraße gefahren hat. Wie berichtet hatte ein Baufahrzeug in der vorgeschriebenen „Ruhezeit“ die Asphaltdecke befahren. Als Grund für die Spurrinnenbildung wird vermutet, dass das Bindemittel zu weich gewählt wurde. Als Konsequenz wurde deshalb  festgelegt, dass die Gewährleistungsfrist von 5 auf 7 Jahre verlängert wird (Foto: Wolfgang Ewerth).


Die Poststraßen-Anrainer ärgert zum Beispiel auch, so Wolfgang Ewerth weiter, dass sie nach der geltenden Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt erst die Ausbaubeiträge zahlen müssen und dann in Widerspruch gehen können. „Möglicherweise müssen wir eine Sammelklage gegen die Stadt einreichen, um zu unserem Recht zu kommen“, sagt Ewerth. Denn schon jetzt werde angezweifelt, dass die Bauverantwortlichen die Einsprüche der Grundstücksbesitzer ernst nehmen. „Das Fuhrunternehmen Rosenthal wird als Anrainer die Spuren schon wieder glatt fahren“, zietiert Ewerth einen Planer. „Die Verlängerung der Gewährleistungsfrist von 5 auf 7 Jahre erscheint uns als fauler Kompromiss“, schimpft Wolfgang Ewerth.

Über den Baupfusch hinaus hätten sich die Anwohner darüber geärgert, dass sie nach der Schlammschlacht auf der Parkplatzwiese des Oktoberfestes der Firma Höhne auch noch den Fahrzeugdreck von der Fahrbahn kratzen durften. „Für Bodo Höhne wäre es ein leichtes gewesen, eine Kehrmaschine über die Poststraße zu schicken“, meint Wolfgang Ewerth.

Zu den Baumängeln an der Poststraße antwortete Thomas Griesbach. Der Stabsstellenchef für Gemeindeentwicklung berichtete, dass die Baubeteiligten,, darunter u.a. Zerbe-Chef Guido Zerbe, Planer Jürgen Möller,   Bürgermeister Hans-Joachim Linthe kürzlich zu dem Problem beraten  haben. Im Ergebnis sollte am 10. Dezember noch einmal ein Planograph – ein Messgerät zur Bestimmung der Längsebenheit von Straßen und damit ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung – über die Poststraße geschickt werden, um weitere Messungen vorzunehmen. Derzeit werde von einer Unebenheit von vier Millimetern ausgegangen, die im zulässigen Toleranzbereich liege.

Inzwischen wurden auch Rechtsanwälte in der Sache bemüht. „Im Ergebnis“, so Thomas Griesbach, „wurde auch die Forderung geprüft, dass die Bitumen-Verschleißschicht der Poststraße abgefräst werden und erneuert werden soll. Die Kosten von rund 60.000 Euro sind da unverhältnismäßig.“ Bestenfalls können die Anwohner der Poststraße mit einer Minderung des Baupreises rechnen. Das soll aber in einer weiteren Anwohnerversammlung näher erläutert werden.

Für die Minderung des Preises stehen die Chancen nicht schlecht, heißt es allgemein im Rathaus. Denn entgegen anderen Auffassungen erfolgte die  behördliche Abnahme der Poststraße bisher nicht. Es soll auch ein Teil der Bausumme einbehalten worden sein.

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