Niemegker Unternehmern wird der Prozess gemacht

NiemegkReporter

Ulrich und Christian Pietrucha versichern mit Gutachten die Vorwürfe vor Gericht zu widerlegen

Mit Ulrich und Christian Pietrucha stehen zwei Niemegker Unternehmer vor dem Amtsgericht Potsdam. Dort war am Donnerstag Prozessauftakt für ein Strafverfahren, in dem es um den Vorwurf der Verkippung von illegalen Materialien im örtlichen Tontagebau geht. Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft ihnen unerlaubtes Betreiben einer Anlage und Handeln aus Gewinnsucht vor.

Rückblende: Etwa im Jahr 2010 kochten in der Öffentlichkeit die illegalen Mülldeponien hoch. Seinerzeit gerieten auch die Niemegker Unternehmer ins Fadenkreuz der Ermittler. Das Landesbergamt in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt (LKA) nahmen am 9./10. November 2010 eine Tiefenprüfung vor. Dabei grub sich ein Bagger in die Verkippungen des Tontagebaugebietes. Polizei-Hubschrauber kreisten über Niemegk und bei mehreren Hausdurchsuchungen wurden Berge von Akten und PC-Festplatten sichergestellt. Diese Untersuchung wurde durch einen externen Gutachter begleitet und ausgewertet. Hierbei wurden im Verfüllmaterial sowohl zu hohe Fremdstoffanteile als auch die Überschreitung einzelner Zuordnungswerte festgestellt, hieß es seinerzeit. Neben dem zugelassenen Bauschutt habe es an Fremdstoffen beispielsweise Kunststoffverpackungen, Farbeimer, Kunststoffkartuschen für Silikon und Bauacryl sowie Kunststofffolien gegeben. In den 7 angelegten Schürfen wurden jeweils nicht genehmigte Fremdstoffe mit einem Anteil von 10 – 30 % festgestellt, hieß es zu jener Zeit.

Nach damaligen Erkenntnissen des Tatortdienstes des LKA sollte sich die Menge  der nicht genehmigten Abfälle auf ca. 450.000 m³ belaufen. Nach dem kriminaltechnischen Untersuchungsbericht seien  die gesicherten Proben als gefährliche Abfälle eingestuft worden. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse und der geologischen Situation im Tontagebau sollen durch den vom LBGR beauftragten Gutachter Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt ausgehend von den vorgefundenen Ablagerungen ausgeschlossen worden sein.
Gut sieben Jahre später müssen sich die beiden Unternehmer, Vater und Sohn,  vor dem Amtsgericht Potsdam verantworten. „Wir werden mit unseren Gutachten beweisen, dass die Vorwürfe in allen Punkten unberechtigt sind“, sagte Ulrich Pietrucha heute gegenüber Niemegk-bloggt. Bei den Probenahmen am 9./10. November 2010 sei nicht wie nach Vorschrift Schicht für Schicht vorgegangen worden. Vielmehr hätte der Bagger Material aus 8 Meter Tiefe Material zu Tage befördert, das dann für kleine Proben diente. „An der tiefsten Stelle, kurz vor der Tonschicht, Proben zu entnehmen, da sind zwangsläufig Überschreitung von chemischen Parametern zu erwarten. An der Stelle haben sich aufgrund von natürlichen Auswaschungen chemische Stoffe ansammelt“, erklärte Christian Pietrucha. Solche Funde seien seiner Meinung nach haltlos. „Eines ist schon klar: Die Bodenproben von den denkbar schlechtesten Stellen stellen keinen gefährlichen Abfall
dar“, sagt Christian Pietrucha.
Die Unternehmer werden mit Hilfe ihrer Gutachten nachweiden, dass der Vorwurf bis zu 30 Prozent Baumischabfälle verkippt zu haben, nicht der Wahrheit entspreche. „Wir haben eine Genehmigung, dass bis zu 5 Prozent der Gesamtmasse Baumischabfälle enthalten sein dürfen. Tatsächlich sind aber nur ein Prozent nachweisbar“, so der Jungunternehmer.
Der Prozess wird in der nächsten Woche fortgesetzt. Niemegk-bloggt bleibt am „Müllprozess“ dran.
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