Besonderer Kreuzgang mit eingeflogenem Diakon

NiemegkReporter

Martin Allmendinger predigte zum Passions-Gottesdienst und zu 14 Holzschnitten des Künstlers Walter Habdank

Das hat es im Fläming und insbesondere in Garrey wohl noch nicht gegeben: Zum Passions-Gottesdienst am Sonntag in der restaurierten Feldsteinkirche wurde ein Geistlicher von der Landeskirche Württemberg „eingeflogen“. Diakon Martin Allmendinger kam – zu seinem 14-tägigen Aufenthalt in Garrey – diesmal tatsächlich mit dem Flugzeug. Der symphatische Schwabe ist mit Pfarrer Jürgen Kaiser, Diakon Claus Jesch, Diakon Dieter Hödl u.a.m. vielen Einheimischen in Garrey und Umgebung bekannt. Die Gäste auf Zeit zählten im Sommer 2017 zu den 20 Repräsentanten des  Evangelischen Medienhauses Stuttgart, die die Württembergische Landeskirche während des Reformationsjubiläums in Lutherstadt Wittenberg präsentierten und in Garrey über fünf Monate sozusagen eine schwäbische „Dependance“ einrichteten.

Zwei Wochen vor Ostern, dem höchsten Fest der  Christen, feierte Martin Allmendinger nun am Sonntag einen ganz besonderen Passions-Gottesdienst in Garrey. Gut 30 Gläubige gedachten an den Leidensweg Jesu Christi, sein Leiden und Sterben sowie die Kreuzigung durch die Römer in Jerusalem. Es wurde nicht allein gepredigt, gesungen und gebetet, sondern 14 Holzschnitte des Künstlers Walter Habdank (1930-2001) waren Mittelpunkt der feierlichen Andacht.

Diakon Allmendinger hat eine besondere Beziehung zu Walter Habdank. In den 1980-er Jahren war der Geistliche in seinem Atelier in Berg am Starnberger See, um mit seinem Bruder eine Ausstellung vorzubereiten. Walter Habdank hat die Geschwister beraten, die ihrerseits erfuhren, wie der gläubige Künstler arbeitet. So lernten die Gäste, wie ausdruckstark Habdanks Werke sind – in den Holzschnitten zur Kreuzigung Jesu Christi etwa Augen, Hände und Füße sehr markant herausgestellt werden. „Walter Habdank hat uns mehrfach aufgefordert, genauer auf seine Kunstwerke zu schauen. Er hat uns gelern, seine Werke zu verstehen und mit anderen Augen zu sehen“, erzählte Martin  Allmendinger jetzt. Als ihm im Sommer 2017  in Garrey die Holzschnitte von Walter Habdank begegneten, war der Diakon sehr begeistert. „Ich sagte Wolfgang Lubitzsch zu,  in mehreren Veranstaltungen zu Habdanks Werken zu sprechen, wenn seine Werke in der Dorfkirche hängen.“

Dass Habdanks Kreuzgang-Holzschnitte vom Starnberger See (Bayern) nach Garrey (Brandenburg) kamen, ist den Kontakten von Dr. Wolfgang Lubitzsch zu verdanken. Der Vorsitzende des Freundeskreises der Garreyer Kirche ist nach 50 Jahren seinem ehemaligen Klassenkameraden Michel Hack wieder begegnet. Beide haben zusammen das Abitur abgelegt. Michal Hack studierte Kunst/Theologie und war mit der Familie von Walter Habdank befreundet. Aus dieser Zeit hatte Hack seine 14 Kreuzgang-Holzschnitte als Kopie, die er der Garreyer Kirchengemeinde übereignete, als er um das Engagement von Wolfgang Lubitzsch für das Gotteshaus erfuhr.

„Eigentlich sollten die Holzschnitte veräußert werden, um mit dem Erlös der Dorfkirche zu helfen. Doch Martin Allmendinger sprach sich dafür aus, sie in der Kirche aufzuhängen“, erzählte Wolfgang Lubitzsch. Das war aber einfacher gesagt, als getan.  Denn die Denkmalschutzbehörden sprachen sich dagegen aus, Löcher zum Aufhängen der Bilder ins Mauerwerk zu schlagen. „Schließlich fanden wir den Kompromiss, dass wir die vorhandenen Wurmlöcher im Holz der Empore nutzen. Dazu haben alle Beteiligten zugestimmt“, berichtet der Vorsitzende.

Während der Andacht bedankte sich Niemegks Pfarrer Daniel Geißler bei Martin Allmendinger für die Unterstützung zum Passions-Gottesdienst sehr herzlich. Worte des Dankes richtete Geißler auch an die Würtembergische Landeskirche und Martin Allmendinger, dass die Niemegker Kirchengemeinde Gottes Wort in Form von 15 Schulbibeln und 16 Geschenkausgaben der Bibel für Konfirmanden aus Schwaben erreicht haben. „Mit den Geschenkausgaben werde ich die nächsten 16 Jahre auskommen“, scherzte Geißler ob der immer noch geringenm Anzahl von Konfirmanden.

Daniel Geißler wusste seinen schwäbischen Berufskollegen im Ruhestand zu überraschen. Der brandenburgische Pfarrer überreichte dem schwäbischen Diakon einen Film auf DVD über den Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg. Das Besondere an der 43-minütigen Dokumentation ist, dass die ersten sechs Minuten von einem typischen, märkischen Dorf-Gottesdienst in Garrey mit 140 Besuchern berichtet. Bei der 4.52 Minute spiele  sogar Martin Allmendinger als „heimlicher Star“ in Brandenburg mit, scherzte der hiesige Pfarrer. Martin Allmendinger überreichte seinerseits Blumen als Frühlingsgruß.

 

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