Eine Elster weckte Helfer zum Frühjahrsputz

NiemegkReporter

Große Teilnehmerzahl beim Rabener Arbeitseinsatz / Jungrenter Fritz Lintow war als Neuling dabei

Ortsvorsteher Marco Neue hatte gerufen und pünktlich um 13 Uhr trafen sich gut 40 Rabener zum traditionellen Arbeitseinsatz,  um den Schmutz des Winters zu beseitigen. Denn in wenigen Tagen feiern die Christen ihr höchstes Fest und auf Burg Rabenstein steigt das große 24. Osterritterturnier. Dazu will sich das Dorf wie in vielen Jahren zuvor sauber präsentieren.

Die Rabener standen mit Harke, Besen, Rechen sowie Schrubber und Eimer parat, als Marco Neue die Arbeitskräfte einteilte. Gleich daneben hatte schwere Technik der Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk Aufstellung genommen, Trecker mit Hänger und Radlader bzw. deren Fahrer warteten auf die Einsatzanweisungen.

Am Dreieck und auf dem Spielplatz wurde zuerst das Laub zusammen gekratzt. Fritz Lintow freute sich, als junger Altersrentner erstmals beim Frühjahrputz im Heimatdorf dabei sein zu dürfen. Als ehemaliger Burgherr war er um diese Zeit in der Vergangenheit zu höherem berufen. Jetzt konnte Fritz Lintow quasi am Fuße der Burg den Rasenbesen schwingen, Hand in Hand mit Bruder Ernst und Schwägerin Monika. Tatkräftige Hilfe kam auch von Norbert Glowe – in Niemegk als Schulleiter tätig – und Genossenschaftschef Fred Schulze sowie vielen anderen Frauen, Männern und Kindern des Dorfes.

Gleich neben dem Radweg nach Grubo war der nächste Einsatzort. Hier wurde Erde angefahren, um den löchrigen Weg wieder zu ebenen. Einige hundert Meter weiter, nicht allzu weit von der ehemaligen Rabener Badeanstalt entfernt, machten sich fleißige Helfer als Forstarbeiter nützlich. Sie schafften aus dem Privatwald der Familie Aust Sturmbruch- bzw. Stangenholz heraus, das als großes Osterfeuer am kommenden Sonnabend dienen soll. Nachdem bis zu sechs Hängerladungen sorgsam aufgerichtet werden, zählt es alljährlich zu den größten und schönsten seiner Art im Hohen Fläming.  „Es brennt bzw. glimmt manchmal zwei Tage lang“, hieß es in lustiger Runde der „Forstarbeiter“.  Der Holzstapel ist auch schon zwei Tage vor dem Ostersonnabend entfacht worden, weil irgendwelche Burschen gezündelt hatten.

Unter den „Holzmacher“ erzählte schließlich ein Helfer, dass er ausgerechnet heute von einer Elster geweckt worden sei, die früh an sein Fenster geklopft habe. „Das machen Elstern nur bei Städtern so“, scherzte die Männerrunde mit einem Verweis auf die Herkunft des Helfers. Zumindest konnte er so den Arbeitseinsatz in der Mittagsstunde nicht verpassen.

„Keine Fotos bitte“, sagte Siegfried Muschert, als er allein auf dem Friedhof in Raben die Sitzbänke säuberte. Wenig später kam ihm Mario Wolfgramm zur Hilfe, als die Dorfstraße am Friedhof vom Winterdreck gesäubert wurde. Wenige Schritte weiter waren fleißige Frauen im Gemeindehauis und im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr am Putzen. Derweil hat Marco Neue seinen Jeep mit Getränken beladen, damit die Helfer nicht auf dem Trockwenen sitzen müssen.  „Schau mal ins Gemeindehaus“, riet der Ortsvorster. Dort konnte jüngst Maler-, Elektro- und Trockenbauarbeiten ausgeführt werden, das 5000 Euro Fördermittel von der LAG zur Verfügung standen. Nach Ostern, so sagte Marco Neue, werden weitere Maler- und Fußbodenarbeiten in Eigenleistung erbracht.

Weitere Einsatzorte des Tages waren an der Chaussee zur Autobahn und auf dem Parkplatz vor der Burg. Auch an der Kopfsteinpflasterstraße zur Burg wurde kräftig geschuftet. Florian Schulze bewegte auf einem Radlader Schotter, um den Weg an der Falknerei auszubesessern. Andere kratzten die Regenrinnen frei und wieder andere erzählten von Arbeitseinsätzen aus längst vergangenen Tagen. So zum Beispiel Werner Rettig. Mit 81 Jahren war Helmut Moritz als ältester Helfer dabei. Der Arbeitseinsatz klang mit einem gemütlichen Beisammensein am bzw. im Gemeindehaus aus.

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