Restauration der Baer-Orgel beginnt vor Ort

NiemegkReporter

Die Königin der Instrumente verstummt während der Arbeiten / Niemegker und Freunde stifteten 20.204,68 Euro für die Prospektpfeifen

Am Montag, dem 26. März, werden die Orgelbauer Rainer Nass und Tobias Herold von der Orgelbauwerkstatt Karl Schuke in Berlin mit den Restaurationsarbeiten an der Niemegker Baer-Orgel vor Ort beginnen. Die Orgelbauer beziehen bis Ende Juni in Niemegk Quartier und werden fünf Tage die Woche an dem Instrument in der Kirche arbeiten. Das hat Pfarrer Daniel Geißler aktuell mitgeteilt. Die Orgel wird in dieser Zeit nicht bespielbar sein. Erst am 20. Juni beim Besuch des Fahrradkantors bzw. am 1. Juli zum Niemegker Musik-Sommerfest wird die Königin der Instrumente mit neuem Klang und restauriertem Spieltisch feierlich in Betrieb genommen.

Am 23. Oktober 2017 hatte Rainer Nass und Kollegen von der in Berlin ansässigen Orgelbaufirma Karl Schuke die in Kartons verstauten Orgelpfeifen aus Niemegk abgeholt, um sie während der Wintermonate in ihrer Werkstatt zu reparieren. Dabei waren die Kartons abtransportiert worden, die schon 20 Jahre auf der Empore der Kirche gelagert hatten. In den 20 Jahren hatte Rainer Nass längst seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Als es nun hieß, die Niemegker Orgel soll restauriert und die Pfeifen abgeholt werden, hat der 76-Jährige seinen Ruhestand einfach unterbrochen. „Ich habe immer gedacht, ob ich das wohl noch erleben werde“, sagte Rainer Nasss auf der Empore. Dem Orgelspezialist liegt das Niemegker Instrument sehr am Herzen. Immerhin ist es das größte seiner Art, das der Niemegker Orgelbaumeister Baer 1853/54 jemals gebaut. Als Meisterstück an seine Heimatstadt ist es mit 1671 Pfeifen, 30 Registern und zwei Manualen die größte Orgel im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Schon 1993 war Rainer Nass das erste Mal in Niemegk, um erste Untersuchungen anzustellen und einen Kostenvoranschlag für die Sanierungsarbeiten von 209.900 DM zu veranschlagen, mit der damaligen Mehrwertsteuer von 12 Prozent waren insgesamt 296.660 DM veranschlagt worden.

25 Jahre später glaubt Pfarrer Daniel Geißler an das schier Unmögliche, dass für 250.000 Euro die Komplettsanierung geschafft werden kann. Und das trotz der Bilanz, dass in den vergangenen 20 Jahren allein 25.000 Euro für die Orgel gesammelt wurden. „Wie soll da eine so große Summe zusammen kommen“, hat er sich anfangs gefragt. Zu dem Zweck hat der Geistliche die Werbetrommel gerührt, wie kein anderer zuvor. Der Aufruf, Patenschaften für die Orgelpfeifen zu übernehmen, ist auf eine sehr große Resosanz gestoßen.

Die große Spendenbereitschaft der Bürger lässt Daniel Geißler weiter hoffen. Die Niemegker haben den Hauptteil des bisherigen Spendenaufkommens „gestemmt“. „Dafür sind die Kirchengemeinde und  ich überaus dankbar“, sagte der Pfarrer. Bis zum heutigen Tag (Sonntag, 25.3.)  haben über 40 Spender insgesamt 20.204,68 Euro für 56 Prospektfeifen gestiftet. Eine Familie hat sogar für gleich neun Pfeifen die Patenschaften übernommen. Unter den Spendern sind auch einige ortsansässige Firmen und drei ehemalige Niemegker. Auf Wunsch wird ein jeder Sponsor später namentlich auf einer Tafel erwähnt.

Über den Spendenstand informiert Niemegk bloggt ständig unter der Rubrik „Info“.

Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hat bewirkt, dass auch andere Geldgeber wie die Sparkassenstiftung und der Kirchenkreis mit Geld behilflich sind. Ebenso darf darauf gehofft werden, dass das Kultusministerium (Lottomittel) und der Denkmalschutz des Landkreises Fördermittel sowie andere mehr Zuschüsse bewilligen.

Zu seiner Motivation sagte der hiesige Pfarrer: „Ich bin jetzt sieben Jahre im Pfarrsprengel Niemegk und habe drei Kirchenbaustellen in Hohenwerbig, Klein Marzehns, Haseloff und drei Bauabschnitte an der Dorfkirche Garrey begleitet. Dabei hat Dr. Wolfgang Lubitzsch federführend mit einer für mich beeindruckenden Energie und Motivation gezeigt, was eine kleine Kirchengemeinde wie Garrey erreichen kann. Sie trug über eine halbe Million Euro für die umfassende Sanierung der Dorfkirche zusammen. Das gebührt unser aller Respekt.“

 

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