Sonnenschein und grüne Weiden – 24. Almauftrieb in Rädigke

NiemegkReporter

Trotzdem: Gefahr vom Wolf – Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk lässt Kühe nur noch im Stall abkalben

Völlig unspektakulär ging heute Morgen der 24. Almauftrieb der Muttertierherde der Hoher Fläming e G Rädigke-Niemegk vonstatten. Mit einem herkömmlichen Viehwagen ging es bei herrlichen Sonnenschein für 19 Mutterkühen mit ihren Kälbchen vom Stall direkt auf die langsam grünenden Fläming-Hänge an der Chaussee zwischen Rädigke und Raben. „Das ist nicht nur naturnahe Rinderviehhaltung, sondern Tourismusförderung pur“, erklärte Fred Schulze. Der Rinderzüchter weiß, wie die Berliner in den nächsten Monaten an der Koppel Bauklötzer staunen werden. Insgesamt werden 100 Mutterkühe gehalten, die vom Frühjahr bis zum Spätherbst auf Weiden bei Groß Marzehns, Preußnitz und bei Rädigke stehen.

Es sind tatsächlich die ersten 19 Mutterkühe, die sich nun am zarten Grün laben dürfen. Fred Schulze lässt seine Muttertiere bewusst früh auf die Weide, wenn das Gras noch nicht so üppig sprießt. „In der Übergangsphase vom Stall auf die Weide sollen die Tiere schon noch die bisher gewohnte Silage fressen. Die Kühe sollen so keine Bauchschmerzen bekommen“, erklärt der Landwirt. Außerdem wird neben Wasser Heu und Mineralfutter gegeben.

Bis auf 43 oder 44 Mutterkühe wird die Herde an der Raben-Rädigker-Chaussee in den nächsten Wochen anwachsen. So wie die Kühe abkalben, kommen sie schon bald auf die Weide. „Hier draußen lassen wir kein Tier mehr abkalben. Der Grund ist der Wolf“, meint der Vorstand mit besorgter Mine. Bisher habe die Genossenschaft einfach Glück gehabt und noch keinen Tierverlust verzeichnen müssen. „Irgendwann wird es uns auch treffen“, ist sich Fred Schulze ziemlich sicher. Von den allgemein propagierten Sicherungsmaßnahmen zur Vergrämung des Wolfes hält er nichts. Die Weiden von 36 Hektar an der Chaussee fest einzukoppeln, sei einfach zu teuer, nicht mit vertretbarem Aufwand zu kontrollieren und instand zu halten. Zwei Weidezaundrähte mit Strom das muss ausreichen, heißt es bei den Bauern. Wenn sich ein Wolf nähert, wissen sich die Tiere selbst zu helfen. So wie in Groß Marzehns im Herbst 2017, als die Herde einen Verteidigungsring bildete und der Wolf daraufhin kapitulierte. „Chancenlos sind die Kühe, wenn drei, vier, fünf .. Wölfe auf Beutezug gehen“, sagt Fred Schulze.

Die Mutterkuhherde bleibt bis in den Herbst auf der Weide, so lange wie ausreichend Gras wächst.  Kurz vor dem Winter gibt es dann den ebenso unspektakulären Almabtrieb von den Fläming-Hängen in den Stall.

webfischerei

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