Sabotage auf dem Zixdorfer Stallgelände

NiemegkReporter

Unbekannte öffneten Tore / 5000 Euro Schaden / eine Kuh verletzt

Alles deutet auf Sabotage hin. Am frühen Sonnabend, zwischen 0 und 3 Uhr,  haben Unbekannte auf dem Zixdorfer Stallgelände der Flämingland Agrar eG Boßdorf alle Tore geöffnet. Wie Vorstand Dr. Klaus Grieger heute vor Ort berichtet, haben zwei Melkerinnen gegen 3 Uhr nahezu alle 400 Kühe auf der fünf Hektar großen Anlage zerstreut vorgefunden. „Mit fünf Mitarbeitern haben wir zwölf Stunden gebraucht, um alle Tiere einzufangen, zu melken und zu sortieren. Neben dem erheblichen Zeitverlust ist ein Schaden von 5000 Euro entstanden“, sagte Grieger. Denn die Agrar eG muss vor allem Verluste bei der Milchproduktion hinnehmen, wenn Kühe wie in solchen Situationen in Stress geraten. Eine Kuh habe sich sogar verletzt, weil sie  im Stall auf dem Futtertisch, der mit Epokzytharz versiegelt ist, ausgerutscht ist.  Mit Hebezeug, Decken und einer Zange musste sie wieder auf die Beine gestellt werden. Für die öffentliche Sicherheit bestand keine akute Gefahr. Die Tiere bewegten sich im komplett eingezäunten Betriebsgelände (Fotos: Flämingland Agrar eG Boßdorf).

„Es ist bereits das zweite Mal, dass uns Unbekannte nachts die Tore auf dem Zixdorfer Stallgelände haben“, berichtet Klaus Grieger. Der Tierarzt geht nicht von einem Dummen-Jungen-Streich aus, sondern fremden Tierschützern, die mit solchen Aktionen offenkundig gegen die Laufstallhaltung von Kühen protestieren wollen. Die Agrar Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk sei in der Vergangenheit auch schon am Standort Preußnitz solchen Angriffen ausgesetzt gewesen.

Problematisch war, dass durch das Öffnen der Tore die Kühe verschiedener Gruppen vermischen konnten, also Tiere in verschiedenen Laktationsstadien und kranke Tiere zusammen kamen, eingefangen und wieder aufwendig sortiert werden mussten. Allein das Einfangen sei nicht unproblematisch, weil die Kühe dies nicht gewöhnt sind, in Stress geraten und dann einer erhöhten Verletzungsgefahr ausgesetzt sind. Zum Verständnis: Kühe brauchen einen ganz ruhigen und geregelten Tagesablauf, damit ihre Milchleistung nicht gestört ist. Jede kleinste Veränderung bedeutet Stress.

Zwar ist jedes Tier für sich mehrfach gekennzeichnet, trotzdem bestand die Gefahr, erklärte Klaus Grieger, dass unter Umständen Kühe, die frisch abgekalbt haben, in den Melkstand kommen. Denn diese Kühe geben keine verkehrsfähige Milch – sie ist für die menschliche Ernährung nicht geeignet.

„Es ist alles gut gegangen. Sonst hätten wir schon einen Anruf von der Molkerei bekommen“, beruhigte der Genossenschaftsvorstand. Die Melkerinnen hätten im 24-Gräten-Melkstand sehr aufgepasst.  Denn jeder Mitarbeiter weiß um die Sanktionen, speziell die Geldstrafen, die einem Betrieb drohen, der die Milchqualität nicht einhält.

Die Flämingland Agrar eG Boßdorf hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

"Jette" ist die Älteste

Die Flämingland Agrar eG Boßdorf  hält 1133 Tiere an den Standorten Boßdorf, Zixdorf und Weddin (Bullen). Am Standort Zixdorf werden zurzeit 400 Kühe und 30 Kälber gezählt.

Jede Kuh frisst 50 Kilogramm Futter und gibt im Durchnitt 30 Liter Milch am Tag.

Es gibt vier gesunde Kühe mit einer Lebensleistung von 100.000 Litern.

Die älteste Kuh heißt Jette. Sie wurde am 11.7.2004 geboren und kann auf eine Lebensleistung von 110.000 Liter verweisen. Sie hat elf Mal gekalbt.

In der Agrar eG sind 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Lust auf Fläming

Mit einem Klick zum Online-Magazin „Lust auf Fläming“ – Anzeige

Danke schön! Sie haben das bereits als Favorit markiert.
Keine Kommentare